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King Kong ist beleidigt. Glosse von W. K. Nordenham

16. Juni 2022 | Kategorie: Artikel

Artikel aus Spektrum 15.6.2022

WHO: Affenpocken sollen neuen Namen erhalten

Um Verwirrung und Stigmatisierung zu vermeiden, will die WHO Virus und Krankheit in Kürze umbenennen. Ähnlich ging man damals bei Covid-19 vor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will den Affenpocken einen neuen Namen geben. Es gebe seit Langem Bestrebungen, Krankheiten nicht mehr nach Tieren oder Regionen zu benennen, um jeglicher Möglichkeit von Diskriminierung oder Stigmatisierung vorzubeugen, sagte ein WHO-Sprecher am Dienstagabend. Zuvor hatte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf angekündigt, es solle in Kürze eine Entscheidung geben.

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Ich wollte es beim Lesen zuerst nicht glauben und hatte sofort eine neue Verschwörungstherorie vermutet. Aber die meinen es ernst. Inzwischen weiß ich aus sicherer Quelle, dass sich King Kong persönlich bei der UNO gemeldet hat, und er tat schwer beleidigt wegen der Krankheitsbezeichnung. Auch gendermäßig war das für ihn vollkommen inakzeptabel. Man hätte von Anfang an wenigstens korrekt von  Affe*innenpocken sprechen müssen, so meine Quelle über King Kong, wegen der Feministinnen unter den Primaten, die ihm einheizen oder wegen der Primaten unter den Feministinnen bzw. der Primaten bei den Damen und Herren der WHO. So genau habe ich das nicht verstanden. Aber was, so dachte ich mir, ist mit den Bezeichnungen Kuhpocken, Schweinepest oder Papageienkrankheit und Vogelgrippe? Da besteht dringender Handlungsbedarf. Was soll der Stier aus Hominist denken oder der Hornochse als Stier-minus, quasi als Masochist wider Willen? Mein Schwein hat den Artikel der WHO gelesen und pfeift schon, das sei alles eine Riesensauerei, die die Riesen*innen wegen des Wortzusammenhangs bitte nicht persönlich nehmen sollen, und mein Wellensittich, immerhin Zwerg*innen-Papagei, stampft wütend mit dem Fuß auf. Zudem will er bei Vogelgrippe die Genderform im Plural gar nicht wissen und ahnt Vulgäres. Was tun? Fragen über Fragen. „Mensch Meier!“ möchte ich da am liebsten ausrufen. Aber dann bekomme ich sicher sofort Ärger wegen Diskrimierung des unberücksichtigten weiblichen Teils Menschheit und der Meier*innen. Eine Frage drückt mich in dem Zusammenhang schon lange: Wie irre ist die Welt?